Jochen Rindfrey / Broken.Heart.Collector / babyblaue seiten

Jochen Rindfrey , http://www.babyblaue-seiten.de
Völlig zurecht ist dieses Album zum Tipp des Monats ernannt worden. Dies ist nicht nur eines der beeindruckendsten Debüts des Jahres 2011, es dürfte auch in meiner persönlichen Jahresbestenliste einen der vorderen Plätze einnehmen.

Die österreichisch-slowenische Formation bietet eine wunderbare Mixtur aus jazzigen, noisigen und gelegentlich auch freiformatigen Klängen, die trotz des klaren avantgardistischen Einschlags eigentlich nie völlig strukturlos wird, gelegentlich sogar eingängige Bereiche streift (Another Heart Bites the Dust). Beständig brummen und knurren tiefe und tiefste Rohrblattinstrumente, dazu scheppert, kracht und poltert es beständig. Das Ganze ist von seltsam morbider Stimmung, erinnert des öfteren an The Book Of Knots, freilich ohne so depressiv zu klingen wie diese. Überhaupt, die beiden Carlas (Kihlstedt und Bozulich) sind wichtige Bezugspunkte dieser Musik, die Einflüsse ihrer jeweiligen Projekte sind unüberhörbar.

Veredelt wird die Musik durch den wunderbaren Gesang der Slowenin Maja Osojnik. Mit ihrer dunklen, leicht rauchigen Stimme scheint sie einem Krimi der “schwarzen Serie” entsprungen zu sein, könnte dort in einer heruntergekommenen, verruchten Bar im Amerika der 30er Jahre auftreten, wo sie Philipp Marlowe den Kopf verdreht. Dazu trägt sie u.a. noch Bassflöte bei, auch ein eher seltenes Instrument in der Rockmusik. Tiefes Gebläse kommt bei mir immer gut an! Ein grandioses Album! Ich hoffe, von dieser Band wird in Zukunft noch viel zu hören sein.