Curt Cuisine / Broken.Heart.Collector / Skug # 87

Wer schon in der Presseaussendung wortgewaltige Assoziationen heraufbeschw├Ârt, von pulsierenden Geleepuddings ├╝ber grinsende Orgeldreher bis hin zu Dr. Caligari, der darf sich nicht wundern, wenn der begeisterte Rezensent trozdem schmallippig vor seinem mit Rattengift bespr├╝hten Typewriter sitzt, sich bange fragen: “Wien beschreib ich diese Sache blo├č?” Apropos Pressearbeit. Monate schon vor dem eigentlichen Release flatterte das Deb├╝t der br├╝chigen Herzsammler in derart liebe- und kunstvoller Aufmachung in die Redaktion (Arwork by Mackie Osborne, bekannt durch die bekanntesten Melvins-CDs), dass man sich fast schon scheuen m├Âchte, auch nur das geringste tadelnde Wort ├╝ber diese CD zu verlieren. Aber, welch Gl├╝ck, es sind unn├Âtige Skrupel. “Broken Heart Collector” beruht auf einem Zusammenschluss begnadeter Quergeister, zum einen die einschl├Ągig bekannten Herren von Bulbul, Avantnoiserock-Kapazunder ersten Grades, zum anderen die Slovenische Vokalistin Maja Osojnik und die Bassklarinettistin Susanna Gartmayer, die es beide ebenfalls faustdick hinter den Ohren haben. “Broken Heart Collector” spielen in musikalischer Hinsicht alle St├╝ckerln, von sph├Ąrisch bis schrill, von lyrisch bis schweinerockig, von pr├Ąparierten Instrumenten bis zum lupenreinen Klang. Und kommt trozdem wie aus einem Guss daher. Von der schwebenden Einleitung, die sich neun Minuten Zeit nimmt, um zur Sache zu kommen, bis zum zwischendurch fast schon poppigen Wolfsfinale (samt augenzwinkerndem Postskriptum). Ein Genuss, sich von vorne bis hinten durchzuh├Âren. Gro├čartige Sache!